Exhibitions

Bruno Jakob

Philosophy Escaped (Invisible Painting)

March 6 - April 1, 1999

Mit Wasser, Stimmen, Gedanken und andere Formen von Energie, damit beschäftigt sich

der 1954 in der Schweiz geborene und seit 1983 in New York wohnhafte Künstler Bruno

Jakob.

In seiner ersten Einzelausstellung in der Galerie Peter Kilchmann (nach Gruppenausstellungen

in den Jahren 94, 95, 97 und 98) zeigt Jakob mehrere Serien, die in unterschiedlichen

Techniken ausgeführt wurden.

15 Arbeiten auf Leinwand. Die Leinwände sind in unterschiedlichen Grünt.nen grundiert.

Auf die Grundierung malt Jakob figurative und nicht figurative Bilder

a) mit Wasser (“Snow Water”, Zürich 1999). “Wasser interessiert mich”, sagt Bruno

Jakob, “es existiert, und es existiert nicht”. Er malt mit Valserwasser, Hahnenwasser,

Schneewasser, dem er unterschiedliche Farbtöne zuordnet,

b) mit “Brain”, also Gedankenbilder, die im Gegensatz zu eingetrocknetem Wasser

auf einem Blatt Papier keinerlei sichtbaren Spuren hinterlassen (laut Einstein entspricht

jede Energie einer Masse, also auch ein Gedanke), und schliesslich

c) mit Energie.

Allen drei Techniken ist gemeinsam, dass die gesamte Arbeit nie sichtbar ist. Was der

Betrachter sieht, sind beispielsweise grundierte, monochrome Leinwände in hellgrün,

dunkelgrün, bläulich-grün, moosgrün, grasgrün, lindengrün. Die figurativen oder nicht

figurativen Motive jedoch bleiben verborgen, sie sind verschwunden, unsichtbar. Angesichts

von Titeln wie “Mashed Potatoes” oder “Unzipped” ist die Phantasie der Betrachter

gefordert. “Das Bild”, sagt Bruno Jakob, “ist nicht eingesperrt, sondern frei.”

Zu den Leinwänden sind gerahmte Papierbilder ausgestellt. Im Gegensatz zu den Leinwänden

sieht man auf ihnen die Spuren des eingetrockneten Wassers, fragmentartig.

Zum dritten zeigt Bruno Jakob Fotografien einer am Boden knieenden Frau, die über einen

am Boden liegenden Papierfetzen sinniert.

“Bruno Jakobs Arbeiten stehen in spannungsvollem Dialog mit Robert Rymans Correspondent

von 1989. Während der amerikanische Bildbefrager das Bild auf seine elementaren

Bestandteile wie Träger und Farbe reduziert hat, geht Jakob noch einen Schritt weiter,

er nimmt der Farbe ihren materiellen Wert, belässt sie im Illusionären”, schreibt Angelika

Affentranger-Kirchrath in der Neuen Zürcher Zeitung. “Damit stellt er die Frage von

Sein und Schein auf seine Art und setzt das alte Spiel vom Trompe-l'oeil, das über die

Barockmaler zu Marcel Duchamp und zu Magritte führt, neu in Gang. Sein Werk ist ein

“Happy Nothing”, insofern es alle nur möglichen Bilder speichert, jedoch bloss in der

Möglichkeitsform. Wer sie wie der Künstler zu erschauen vermag, für den sind sie ganz

wirklich. Doch was heisst wirklich?”.