Exhibitions

Raffi Kalenderian

Interior Life

November 2 - December 22, 2012

Die Galerie Peter Kilchmann freut sich, die bereits dritte Einzelausstellung des in Los Angeles,

Kalifornien, lebenden Malers Raffi Kalenderian präsentieren zu dürfen.

Gezeigt werden eine Auswahl neuer Malereien und grossformatiger Arbeiten auf Papier, sowie kleinere

Zeichnungen (zwischen 61 x 45.5 cm und 228.5 x 178 cm). Kalenderian macht sich die

unterschiedlichen Qualitäten der Medien zu eigen und zeigt neben klassischen Ölbildern auch Arbeiten

in Mischtechnik. In Shanti (Blue Flannel) (2012) setzt der Künstler Aquarell, Gouache, Pastell und

Farbstifte ein, um ein farbintensives, mehrschichtiges Portrait vor einem tiefschwarzen Hintergrund zu

kreieren (Sujet Einladungskarte).

Wie anhin portraitiert Raffi Kalenderian enge Freunde und Verwandte, meistens in der eigenen Wohnung

oder im Künstleratelier. Stärker noch als in früheren Arbeiten nehmen die raue Oberfläche sowie die

abstrakten Momente Platz ein; die Bilder weisen starke Farbschichten auf, welche dem Bild eine

zusätzliche Haptik verleihen. Immer mehr zeigen die Gemälde und Zeichnungen surreale, abstrakte

Elemente, lassen den Menschen zum Teil dahinter verschwinden. Und doch entsteht ein Wechselspiel

zwischen realem Raum und Abstraktion. Die Abstraktion kann so als Mittel zur Darstellung von inneren

Vorgängen und komplexen sozio-psychologischen Zuständen gelesen werden.

Vordergründig werden dem Betrachter alltägliche, persönliche Räume gezeigt. Farblichkeit und lineare

Malerei bestimmen die Bilder. Die Menschen posieren nicht; sie nehmen entspannt Platz. Das

Wohnzimmer, das Atelier werden zu eigenen kleinen, abgeschlossenen Welten. Räumliche Öffnungen

gegen Aussen entpuppen sich als undurchdringliche Wände oder sind gegen den Betrachter, dem Maler

gerichtet. Ein durchsichtiger Schatten verstört die Realität, der menschliche Körper erhält Doppellungen,

befindet sich in einem Schwebezustand zwischen zwei Haltungen, bewegt sich zwischen mehreren

Zeitpunkten. Wer sind diese isolierten Personen und ihre Doppelgänger in den Bildern? Kalenderians

Malerei öffnet sich dem Betrachter und lädt zu Spekulationen ein.

Während die verstörenden surrealen Elemente Spuren einer inneren, psychischen Dynamik sind, hat der

physische Raum Reste in der abstrakten Welt hinterlassen: In Jimmy in the Studio (2012, Öl auf

Leinwand) gibt die Körperhaltung von Jimmy Hinweise auf die Haptik des Raumes, welcher bereits

durch die Abstraktion ersetzt wurde, und zerstört somit die Vorstellung einer klaren Abgrenzung.

Vielmehr sind hier Psyche und Physik als gegenseitig beeinflussende Kräfte dargestellt. Gegen die

Metapher der Osmose sprechen schliesslich auch die verschiedenen Grade der Verschmelzung von

Realität und Abstraktion; Jenny (green Pants) (2012, Öl auf Leinwand) lässt gerade noch einen Sessel

durchschimmern und die zwei Paare überschlagener Beine im Surrealen verschwinden, während Fabian

(2012, Öl auf Leinwand) die Innenansicht eines Wohnzimmers zeigt, in welcher nur der Schatten des

Mannes und die Fliessbewegungen des Holzbodens auf innere Zustände hindeuten.

Geboren 1981 in Los Angeles, Kalifornien, schloss Raffi Kalenderian sein Studium der Malerei an der

University of California bei Laura Owens ab. Dieses Jahr wurden seine Arbeiten unter dem Titel

“Currents, Undercurrents and Manoeuvres“ bei Susanne Vielmetter in Culver City, Kalifornien, gezeigt.

Seine Werke wurden 2011 in einer Gruppenausstellung im University Art Museum, Long Beach, CA, US,

ausgestellt. 2010 erschien der Katalog “Memoranda” zur gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Peter

Kilchmann.